DAS HOLZSCHNITZEREI-GLOSSAR



 
 
 
  arte sacra ferdinand stuflesser
 
 
 
 
  Aquarellfarben - Wasserfarbenmalerei
 
  Mit Wasser angeriebene Lasurfarben für die Aquarellmalerei.
 
 
 
  Bildhauer, bildhauen
 
  Der ornamental oder figürlich mit festen Materialien (Holz, Stein, Gips u. a.) arbeitende Künstler (auch Holzschnitzer genannt).
 
 
 
  Bronze
 
  Sammelbezeichnung für alle Legierungen des Kupfers mit anderen Metallen. Weil Zinn die Härte und Festigkeit wie kein anderes Metall steigert, herrschen die Zinnbronzen vor. Sie enthalten als Walzbronze bis zu 10%, als Gussbronze bis zu 20% Zinn. Wird der flüssigen Schmelze zur Desoxidation Phosphor zugesetzt, erhält man Phosphorbronze. Die Zinnbronzen werden durch Walzen und Schmieden zu Blechen, Stangen und Rohren verarbeitet oder zu Bildwerken und Formteilen vergossen. Zinnbronze 6 (d. h. 5-7% Zinn) ist seewasserbeständig.
 
 
 
  Bronzekunst
 
  Gattungsbezeichnung für Bildwerke und kunsthandwerkliche Gegenstände aus Bronze; im Abgussverfahren hergestellt, zuweilen auch getrieben. Werke der Bronzekunst sind seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. (China, Mittelmeerländer, Südamerika) in fast allen Menschheitskulturen entstanden, in der griechisch-römischen Antike besonders als Standbilder, im frühen europäischen Mittelalter als reliefverzierte Türflügel zu Kirchenportalen, als Glocken, Trenngitter, Kruzifixe, Taufbecken und liturgische Geräte. Seit der Renaissance kam es zu einer fruchtbaren Neubelebung der Bronzekunst, besonders auf den Gebieten der figürlichen Klein- und Grabplastik, des Medaillengusses und der Monumentalbildnerei.
 
 
 
  Entwurf
 
  Maßstäbliche Zeichnung als baureife Ausarbeitung des Vorentwurfs, zur Verwendung als Schnitzvorlage, Genehmigungszeichnung oder als Unterlage für Ausschreibung und Angebot.
 
 
 
  Holz
 
  Das aus meist verholzten Zellen zusammengesetzte, unter der Rinde liegende Gewebe von Bäumen und Sträuchern, also alles Gewebe, das beim sekundären Dickenwachstum vom Kambium nach innen neu gebildet wird. Die Verholzung beruht auf der Einlagerung von Holzstoffen (Ligninen) in das Cellulosegerüst der Zellwände. In unseren Breiten ruht die Holzbildung im Winter; dadurch, dass das Kambium im Frühjahr weitporiges Frühholz und im Sommer engporiges Spätholz bildet, entstehen im Stammquerschnitt Jahresringe. An ihrer Zahl lässt sich das Alter von Hölzern ziemlich genau feststellen (Dendrochronologie). Meist enthalten nur die äußeren, jüngeren Holzschichten (Splint- oder Weichholz) lebende Zellen, die der Wasserleitung und Speicherung organischer Substanzen dienen; der ältere, innere, tote Kern (Kern- oder Hartholz) dient nur noch zur Festigung des Stammes; er ist meist durch Einlagerung verschiedener, z. T. Fäulnis hemmender Substanzen (Gerb- und Farbstoffe, Harze, anorganische Salze u. a.) fester, schwerer und dunkler als der Splint und daher technisch wertvoll. Typische Kernholzbäume sind: Kiefer, Lärche, Wacholder, Eibe, Eiche, Robinie, Ulme, Walnuss, Mahagoni, Palisander und Teak. Die "Splint"-Bäume Tanne, Fichte, Erle, Ahorn, Birke, Hain- und Rotbuche zeigen nur schwache Verkernung; bei Linde, Pappel und Weide unterbleibt die Verkernung ganz, so dass die Stämme bei Pilzbefall im Alter leicht hohl werden.
 
 
 
  Holzbildhauerei - Holzschnitzerei
 
  Das plastisch-künstlerische Gestalten aus Holz und die in dieser Technik ausgeführten Werke. Aus Holzblöcken herausgeschlagene Bildwerke gab es bereits in der ägyptischen und frühen ostasiatischen Kunst. Bedeutende frühchristliche Beispiele sind die Türen von Sta. Sabina in Rom (5. Jahrhundert), aus dem 11. Jahrhundert die Türen von St. Maria im Kapitol in Köln. In romanischer Zeit wurde das frei stehende hölzerne Bildwerk oft mit Goldblech überzogen (Imadmadonna, Essener Madonna). Zum Schutz und Schmuck des Materials diente die Bemalung (Fassung). Im 14. und 15. Jahrhundert entfaltete sich die Holzbildhauerei vor allem im Andachtsbild und im Schnitzaltar (Michael Pacher, V. Stoß, B. Notke, Meister H. L.). T. Riemenschneider verzichtete als Erster in einigen seiner Werke auf die Fassung und nutzte die Struktur des Materials zur künstlerischen Wirkung. Nach einem allgemeinen Niedergang im 19. Jahrhundert führten E. Barlach und E. Mataré die Holzbildhauerei wieder zu bedeutenden Höhepunkten.
 
 
 
  Holzschnitzer
 
  Der ornamental oder figürlich mit festen Materialien (Holz, Stein, Gips u. a.) arbeitende Künstler.
 
 
 
  Intarsia – Einlegearbeit
 
  Einlegearbeiten, bei denen andersfarbiges Holz oder anders geartetes Material (Schildpatt, Perlmutter, Metall, Alabaster, Glas) in aus dem massiven Holz herausgearbeitete Vertiefungen eingelegt wird. Eine andere Technik ist das Auflegen eines aus verschiedenfarbigem oder verschiedenartigem Material zusammengesetzten Zierfurniers auf den Holzkern.
 
 
 
  Maler
 
  Maler gestalten Statuen, wie auch andere Holzschnitzereien und Altäre.
 
 
 
  Malerei
 
  Die Kunst, mit Farbe eine Fläche zu verwandeln und das Resultat dieses schöpferisch-gestaltenden Vorgangs; neben Architektur, Plastik, Grafik und Kunstgewerbe (Kunsthandwerk) eine der Gattungen der bildenden Kunst, berufsmäßig ausgeübt von Kunstmalern, unterteilt nach den Arten der Maltechnik (Öl-, Tempera-, Pastell-, Aquarellmalerei), nach Größe und Material des Malgrunds (Monumental-, Miniaturmalerei; Wand-, Tafel-, Glasmalerei, Mosaik) sowie nach Gegenstand oder Thema der Darstellung (Historien-, Landschafts-, Genre-, Interieur-, Architektur-, Bildnis-, Stilllebenmalerei u. a.).
 
 
 
  Ölmalerei
 
  Das Malen mit Ölfarben, deren Bindemittel Lein-, auch Nuss- oder Mohnöle mit Harzbeimischungen sind; in größerem Umfang zuerst im 15. Jahrhundert von den niederländischen Malerbrüdern Hubert und Jan van Eyck geübt; verdrängte im 16. Jahrhundert die Temperamalerei. Bei der Ölmalerei wird das zu bemalende Material (Holz u. a.) zunächst mit einem Leimkreidegrund versehen, dann die Ölfarbe aufgetragen und schließlich das Ganze mit einem Firnisüberzug gegen Lufteinwirkung abgedeckt.
 
 
 
  Ornament
 
  Eine in sich geschlossene Verzierungsform als Schmuck und zur Gliederung von Gegenständen, auch zur Hervorhebung bestimmter Einzelheiten. Hauptmerkmal des Ornaments ist die parataktische oder rhythmische Reihung der einzelnen Glieder. So stellt sich das Ornament fast immer als ein fortlaufendes Ganzes dar, als Reihe, Band, Linie, Leiste oder Fries.
 
 
 
  Relief
 
  Eine sich plastisch aus einer Fläche erhebende Darstellung. Je nach dem plastischen Grad, mit dem sich die Formen von der Relieffläche abheben, unterscheidet man Hoch-, Halb- und Flachrelief. Die Reliefs in den Giebelfeldern der griechischen Tempel sind fast durchweg Hoch-, die Darstellungen auf gleichzeitig entstandenen Stelen zumeist Flachreliefs. Als Werkstoff wurde und wird auch heute noch jedes Material verwendet, das sich mit der Hand modellieren oder mit Werkzeugen bearbeiten lässt (Ton, Holz, Stein, Gips, Elfenbein, Metall).
 
 
 
  Restaurierung
 
  Wiederherstellung, Instandsetzung, besonders von beschädigten Bauwerken, Plastiken, Gemälden und Gegenständen des Kunsthandwerks; dabei wird vom Restaurator der ursprüngliche Zustand festgestellt, das Werk vor weiterem Verfall gesichert (Konservierung), eingetretene Schäden beseitigt und spätere Zutaten (z. B. Übermalungen bei Gemälden) entfernt. Ergänzungen sucht man heute, im Gegensatz zu früher, möglichst zu vermeiden oder als solche kenntlich zu machen.
 
 
 
  Schreiner - Tischler
 
  Ist ein Ausbildungsberuf des Handwerks, aus dem Zimmererberuf hervorgegangen. Tischler fertigen Möbel u. a. Einrichtungen aus Holz an; unter anderen Kircheneinrichtungen.
 
 
 
  Temperamalerei
 
  Malerei mit Farben, deren mit Wasser verdünnte Bindemittel (Eigelb, Leim, Honig u. a.) rasch auftrocknen; dadurch lassen sich in der Temperamalerei keine weichen Übergänge wie in der Ölmalerei erzielen. Bis ins 15. Jahrhundert wurden fast alle Gemälde in der Technik der Temperamalerei ausgeführt. Von der gewöhnlichen Wassertempera unterscheidet man Ei-, Gummi-, Kasein- und Wachstempera und die mit Terpentinöl vermalbare Öltempera.
 
 
 
  Vergolder
 
  Künstler der Gegenstände mit einer Goldschicht überzieht: 1. nasse Vergoldung, Eintauchen der Gegenstände in Lösungen aus Goldchlorid, Soda und Natriumphosphat; 2. Kaltgoldverfahren, Anreibverfahren, Einreiben mit feuchtem Goldpulver; 3. galvanische Vergoldung Galvanostegie; 4. Feuervergoldung, Auftragen einer Gold-amalgamschicht; bei Erhitzung verdampft das Quecksilber, und das Gold bleibt zurück.
 
 
 
  Wachsausschmelzverfahren
 
  Ein Verfahren der Gussformenherstellung, bei der eine den Formkern (Modell aus Ton) umgebende Wachsschicht aus der ungeteilten Form (Tonmantel) ausgeschmolzen wird. Die freie Schicht zwischen Formkern und Tonmantel wird mit dem Gussmantel gefüllt.
 
 
 
  Zeichnung
 
  Mit Feder, Pinsel, Kohle, Kreide, Bleistift, Silberstift u. a. ausgeführte bildlich-lineare Darstellung, die auch farbig angelegt oder getönt sein kann.
 
 
 
 

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